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Pain au chocolat — klassisches französisches Plundergebäck mit Schokolade
Frankreich · Frühstück und Brunch · Vegetarisch

Pain au chocolat — klassisches französisches Plundergebäck mit Schokolade

Pain au chocolat (wörtlich „Schokoladenbrot" auf Französisch) ist das klassische französische Plundergebäck aus der Familie der Viennoiserie: ein Rechteck aus gehefelten Plunderteig, um zwei dunkle Schokoladenstangen gewickelt und bis zu tiefem Goldbraun gebacken — mit knuspriger blättriger Kruste außen und weicher brotähnlicher Krume mit sichtbarer Wabenstruktur innen. Eines der bekanntesten französischen Gebäcke, neben dem Croissant — gleicher Teig, andere Form. Geschichte: Der österreichische Offizier August Zang und der Aristokrat Ernest Schwarzer eröffneten 1839 in Paris an der rue de Richelieu, Hausnummer 92, die Boulangerie Viennoise und führten damit die Wiener Backwaren in Frankreich ein. Ursprünglich aus Briocheteig, entwickelte sich pain au chocolat bis zum Ende des 19. Jahrhunderts zum heutigen gehefelten Plunderteig (pâte feuilletée levée). Streit um den Namen: pain au chocolat (Norden und Mitte Frankreichs) gegen chocolatine (Südwestfrankreich — Bordeaux, Toulouse, Baskenland, sowie Quebec). In Frankreich wird es nie „Schokoladencroissant" genannt — das ist ein englischsprachiger Fehler. Aktive Arbeit 60 Minuten, Gesamtdauer 24-48 Stunden mit Übernacht-Ruhezeiten. Ergibt 8 Stück. Am besten warm essen, am selben Morgen, mit Milchkaffee oder Espresso.

60 Min 340 kcal 8 Pers Mittel🌿Vegetarisch🇫🇷Frankreich★★★★★4.9

Zutaten

PortionenMetrisch
  • 250 gWeizenmehl Type 550
  • 125 mlVollmilch
  • 25 mlWasser
  • 5 gTrockenhefe
  • 25 gZucker
  • 10 gHonig
  • 5 gSalz
  • 2 Eier
  • 165 gungesalzene Butter
  • 80 gdunkle Schokoladenstangen

Zubereitung

  1. Erster Tag abends — Grundteig (détrempe) zubereiten. In der Schüssel einer Küchenmaschine mit Knethaken 250 g Weizenmehl, 25 g Zucker, 5 g Salz, 5 g Trockenhefe, 10 g Honig, 125 ml kalte Vollmilch, 25 ml kaltes Wasser und 1 Ei vermengen (das zweite Ei für den Eierstrich am dritten Tag aufheben). Auf niedriger Stufe etwa 3 Minuten zu einer groben Masse verkneten. 15 g weiche ungesalzene Butter zugeben und auf mittlere Stufe schalten. 8-10 Minuten kneten, bis der Teig glatt, elastisch und vom Schüsselrand gelöst ist. Der Teig soll leicht klebrig sein, aber nicht an den Händen kleben. Mit Folie abdecken und 1 Stunde bei Zimmertemperatur für die erste Gehzeit ruhen lassen. Dann über Nacht in den Kühlschrank stellen (8-16 Stunden) — diese kalte Reifung entwickelt das Aroma und erleichtert das Tourieren.
  2. Zweiter Tag morgens — Butterblock (beurre de tourage) vorbereiten. 150 g kalte ungesalzene Butter (am besten europäisch mit 82-84 % Fett: Lurpak, Plugrá, Kerrygold, Président, Isigny oder Échiré) aus dem Kühlschrank nehmen. Zwischen zwei Backpapierblätter legen. Mit dem Nudelholz weichklopfen, dann zu einem Quadrat von 15×15 cm und etwa 1 cm Dicke ausrollen. Mit einer Teigkarte gerade Kanten formen. Einwickeln und 15 Minuten in den Kühlschrank zurücklegen — die Butter soll kalt, aber noch geschmeidig sein (10-15°C), nicht starr. Zu hart bricht sie beim Tourieren; zu weich schmilzt sie in den Teig.
  3. Butter im Teig einschließen (Briefumschlagmethode). Den geruhten Teig aus dem Kühlschrank nehmen und auf einer leicht bemehlten Fläche zu einem Quadrat von 22×22 cm ausrollen. Das Butterquadrat in einem Winkel von 45 Grad in die Mitte legen (wie eine Raute im Quadrat). Alle vier Teigecken zur Mitte einklappen und die Butter komplett einhüllen. Nähte gut zudrücken. Der Teig sieht jetzt aus wie ein quadratischer Briefumschlag mit Butter darin. Um 90 Grad drehen und vorsichtig zu einem Rechteck von 20×40 cm ausrollen, von der Mitte nach außen arbeiten und die Butter gleichmäßig halten.
  4. Erste und zweite Tour (einfache Touren). Eine einfache Tour ausführen: das untere Drittel nach oben, dann das obere Drittel darüber falten (wie das Falten eines Briefes). Jetzt liegen drei Schichten übereinander. Um 90 Grad drehen, so dass die offene Naht rechts liegt. In Folie wickeln und 30 Minuten im Kühlschrank ruhen lassen — das gibt dem Kleber Zeit zu entspannen und der Butter Zeit, wieder fest zu werden, entscheidend für saubere Schichten. Erneut zu einem Rechteck von 20×40 cm ausrollen, die zweite einfache Tour ausführen, um 90 Grad drehen, einwickeln und weitere 30 Minuten im Kühlschrank ruhen lassen.
  5. Dritte Tour und Formen. Den Teig ein weiteres Mal zu einem Rechteck von 20×40 cm ausrollen und die dritte einfache Tour ausführen (insgesamt 81 Schichten — 3³ = 27 Butterschichten auf 3 Teigschichten). 30 Minuten im Kühlschrank ruhen lassen. Jetzt den tourierten Teig zu einem dünnen Rechteck von etwa 20×32 cm und 5 mm Dicke ausrollen. Die Kanten mit einem scharfen Messer oder Pizzaroller begradigen, damit die Linien sauber sind. In 8 gleich große Rechtecke von je 7×20 cm schneiden. 1 Schokoladenstange an die kurze Kante jedes Rechtecks legen, 2 cm nach vorne rollen, die zweite Stange auflegen, dann weiter rollen, bis das Gebäck eine straffe Rolle bildet und die Naht unten liegt. Mit der Naht NACH UNTEN auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen, jeweils 5 cm Abstand. Locker mit Folie abdecken und über Nacht (8-12 Stunden) in den Kühlschrank stellen für eine langsame kalte Gare.
  6. Dritter Tag morgens — Endgare. Das Backblech aus dem Kühlschrank nehmen und das Gebäck bei 24-26°C 1,5-2 Stunden gehen lassen, bis es fast doppelt so groß und sichtbar aufgegangen ist. Test: vorsichtig seitlich eindrücken — der Teig soll langsam zurückkommen, nicht schnell zurückspringen (zu kurz gegangen) und nicht eingedrückt bleiben (zu lange gegangen). Bei kühler Küche den Backofen mit eingeschaltetem Licht (ohne Heizen) und einer Tasse frisch gekochtem Wasser auf dem unteren Rost benutzen, um eine warme feuchte Umgebung zu schaffen. Etwa 30 Minuten vor dem Backen den Ofen auf 190°C vorheizen — Umluft, falls vorhanden.
  7. Eierstrich und backen. Das übrig gebliebene Ei mit 1 Esslöffel Milch und einer Prise Salz in einer kleinen Schüssel verquirlen. Mit einem weichen Backpinsel jedes pain au chocolat dünn bestreichen — einschließlich des Spitzes der Spirale, aber die geschnittenen Schichten aussparen (Eierstrich auf den Schnittkanten klebt die Schichten zusammen und verhindert das Aufgehen). Keine Pfützen. Auf der mittleren Schiene bei 190°C 18 Minuten backen, das Blech zur Hälfte der Backzeit drehen. Das Gebäck ist fertig, wenn es ringsum tief goldbraun ist, mit sichtbarem blättrigen „Ohr"-Muster und hohlem Klang beim Klopfen auf die Unterseite. Eine Kerntemperatur von 88-93°C bestätigt die Garstufe.
  8. Auskühlen und servieren. Das Gebäck auf ein Kuchengitter legen und mindestens 10 Minuten auskühlen lassen — die Schokolade innen ist flüssig, sofortiges Essen kann den Mund verbrennen. Am besten warm in den ersten 4-6 Stunden nach dem Backen essen. Mit Milchkaffee, Espresso, heißer Schokolade oder einem Glas Champagne brut zum besonderen Brunch servieren. Pain au chocolat ist Standard zum französischen Frühstück, aber auch beliebter Nachmittagssnack (goûter). Reste bei Zimmertemperatur, locker in Papier gewickelt, bis zu 2 Tage aufbewahren; gebacken oder geformt-roh einfrieren für längere Lagerung.

Fragen

Pain au chocolat (wörtlich „Schokoladenbrot" auf Französisch) ist ein klassisches französisches Plundergebäck aus der Familie der Viennoiserie: ein Rechteck aus gehefelten Plunderteig, um zwei dunkle Schokoladenstangen gewickelt. Eines der bekanntesten französischen Gebäcke, neben dem Croissant. Geschichte: Das Konzept des gehefelten Plunderteigs kam aus Österreich, nicht aus Frankreich. Der österreichische Kipferl (halbmondförmiges Brot) gehörte jahrhundertelang zum Wiener Esstisch. 1839 eröffneten der österreichische Offizier August Zang und der Aristokrat Ernest Schwarzer die Boulangerie Viennoise an der rue de Richelieu, Hausnummer 92 in Paris — die erste Wiener Bäckerei in Frankreich. Sie brachten die Technik des mit Butter und Milch angereicherten Teigs mit. Die französischen Bäcker übernahmen sie schnell und verfeinerten sie mit dem Tourieren (Einwalzen von Butter durch wiederholtes Falten) — so entstanden Croissant und pain au chocolat. Ursprünglich (Mitte 19. Jahrhundert) wurden beide Gebäcke aus Briocheteig hergestellt — angereicherter Hefeteig ohne Tourieren. Bis Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts entwickelte sich die heutige Form aus pâte feuilletée levée (gehefelter Plunderteig). Der Begriff Viennoiserie bedeutet wörtlich „Dinge aus Wien" — angewandt auf die Gruppe butterreicher Frühstücksgebäcke: Croissant, pain au chocolat, pain aux raisins, chausson aux pommes, Brioche, Kouign-amann (letzteres ist allerdings bretonisch, kein wienerischer Einfluss). Croissant gegen pain au chocolat: gleicher Teig, andere Formen. Croissant wird in Dreiecke geschnitten und zu einem Halbmond gerollt; pain au chocolat in Rechtecke 7×20 cm geschnitten und um zwei Schokoladenstangen gewickelt. In Frankreich pain au chocolat NIEMALS „Schokoladencroissant" nennen — ein verbreiteter Ausländerfehler. Cédric Grolet, führender Pariser Konditor (Le Meurice, Opéra), in einem Essay für Vogue France: „Wenn Sie in einer Boulangerie nach einem chocolate croissant fragen, wird der Bäcker Sie sanft auf pain au chocolat korrigieren". Streit um den Namen — pain au chocolat gegen chocolatine: regionale Konfrontation in Frankreich. Norden (Paris, Lyon, Lille, Marseille): pain au chocolat — Standard. Südwesten (Bordeaux, Toulouse, Bayonne, Baskenland, Aquitanien, Gascogne, Béarn): chocolatine — örtliche Tradition. Version 1: „chocolatine" stammt aus dem Anglo-Französischen — im 14. Jahrhundert herrschte in Aquitanien der Schwarze Prinz Edward von Woodstock (englischer Statthalter von Aquitanien), englische Sprecher baten um „chocolate in" (mit Schokolade darin) → das französische Ohr hörte „chocolatine". Version 2: spanischer oder portugiesischer Einfluss über den Handel von Bordeaux. 2019 wurde sogar ein Gesetzentwurf in der Nationalversammlung eingebracht (abgelehnt) zur Anerkennung der „chocolatine" als kulinarisches Erbe Südwestfrankreichs. Moderne Beliebtheit: pain au chocolat ist Pflichtbestandteil des französischen Frühstücks, oft mit Milchkaffee oder Espresso. Auch beim goûter beliebt (Nachmittagssnack gegen 16 Uhr, besonders bei Schülern). In den USA, Großbritannien und Australien fand es in den 2000er-2010er Jahren Eingang in die Brunchkultur. Analoga: belgischer pain au chocolat identisch; italienischer cornetto al cioccolato — verwandt (aber cornetto ist süßer angereicherter Teig, etwas anders als Croissant); amerikanisches „chocolate croissant" — falscher Begriff, oft bezogen auf eine Fertig-Blätterteig-Imitation (NICHT authentisch).

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