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Brezel: Brotmehl, Hefe, Natron — Deutschland · Rezept
Deutschland · Back- und Süßwaren · Vegetarisch

Brezel

Die Brezel (auch Laugenbrezel oder Bretzel) ist ein Knoten aus Hefeteig aus Süddeutschland und Österreich, der vor dem Backen in ein Laugenbad getaucht wird, damit die Kruste glänzend mahagonibraun wird. Das Bad gibt der Brezel ihre dunkle Kruste und den leicht bitteren Ton. Deutsche Bäckereien nehmen Natronlauge in Lebensmittelqualität; dieses Rezept arbeitet mit gebackenem Natron, einer Heimvariante mit höherem pH-Wert als normales Natron. Der Bauch ist dick und weich, die gedrehten Arme sind dünn und knusprig-zäh. Die aktive Arbeitszeit beträgt etwa 55 Minuten. Das Natron braucht eine Stunde im Ofen (es kann backen, während der Teig geht), der Teig geht 1 Stunde und ruht 30 Minuten im Kühlschrank, insgesamt sind es also etwa 2 Stunden 40 Minuten. Warm servieren, mit Butter bestrichen, dazu ein kaltes Bier.

90 Min 280 kcal 8 Pers Anspruchsvoll🌿Vegetarisch🇩🇪Deutschland Zum Rezept
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Zutaten

PortionenMetrisch
  • 500 gBrotmehl oder Mehl Type 550
  • 7 gInstant- oder aktive Trockenhefe
  • 1 TLfeines Salz
  • 1 TLZucker
  • 300 mlwarmes Wasser
  • 30 gungesalzene Butter weich
  • 100 gBacknatron
  • 1 lLiter Wasser
  • 2 ELgrobes Bretzel- oder Meersalz

Zubereitung

  1. Das Natron backen (zuerst erledigen). Das Natron auf einem mit Backpapier ausgelegten Blech verteilen und 1 Stunde bei 120°C backen. Dabei wird Natriumhydrogencarbonat zu Natriumcarbonat, einem stärkeren Alkali, das den Brezeln eine dunklere Kruste und einen authentischeren Geschmack gibt als normales Natron. Abkühlen lassen und in einem luftdichten Glas aufbewahren. Beim Umgang damit Handschuhe tragen: Natriumcarbonat reizt die Haut.
    Brezel: Backnatron gleichmäßig auf einem Blech mit Backpapier, eine behandschuhte Hand streicht es mit dem Löffel glatt
  2. Den Teig machen. Hefe und Zucker im warmen Wasser auflösen und 5 bis 10 Minuten stehen lassen, bis es schäumt. Mehl und Salz in einer großen Schüssel mischen. Die Hefemischung und die weiche Butter zugeben. 8 bis 10 Minuten von Hand oder 5 bis 6 Minuten in der Küchenmaschine kneten, bis der Teig glatt, elastisch und leicht haftend, aber nicht klebrig ist. Beim Eindrücken soll er zurückfedern. Abdecken und an einem warmen Ort 1 Stunde gehen lassen, bis sich das Volumen verdoppelt hat.
  3. Die Brezeln formen. Den gegangenen Teig auf die Arbeitsfläche stürzen und in 8 gleich große Stücke (je etwa 100 g) teilen. Jedes Stück zu einem etwa 50 cm langen Strang rollen — in der Mitte dicker, an den Enden viel dünner. Formen: einen Bogen (U) legen, die beiden Enden zweimal umeinander schlingen, sodass eine Drehung entsteht, dann die gedrehten Enden nach unten führen und fest auf den unteren Bogen des U drücken. Auf geöltes Backpapier legen. 30 Minuten unbedeckt in den Kühlschrank stellen — so wird der Teig fest und hält im Bad seine Form. Den Ofen währenddessen auf 220°C vorheizen.
    Hände schlingen einen langen Teigstrang zum klassischen Brezelknoten
  4. In das Laugenbad tauchen und backen. Das gebackene Natron in 1 Liter kochendem Wasser in einem breiten Topf aus Edelstahl oder Keramik auflösen (kein Aluminium verwenden — das Alkali reagiert damit). Mit Handschuhen die Brezeln einzeln und vorsichtig mit einer Schaumkelle in das Bad absenken, damit das heiße Laugenwasser nicht spritzt, und pro Seite 20 bis 30 Sekunden darin lassen. Auf ein ausgelegtes, geöltes Backblech setzen. Den dicken Bauch jeder Brezel mit einem scharfen Messer oder einer Klinge einschneiden — ein tiefer waagerechter Schnitt, der sich beim Backen öffnet. Großzügig mit grobem Salz bestreuen. 12 bis 15 Minuten backen, bis die Brezeln tief mahagonibraun sind.
    Rohe Brezel wird mit dem Schaumlöffel in das heiße Laugenbad getaucht
  5. Warm servieren. Für 5 Minuten auf ein Kuchengitter legen. Brezeln schmecken am besten innerhalb von 2 Stunden nach dem Backen, solange die Kruste noch knackt. Auf bayerische Art servieren: waagerecht durch den Bauch aufschneiden und großzügig mit kalter, gesalzener Butter bestreichen. Nicht in einer Plastiktüte aufbewahren — das Salz zieht Feuchtigkeit, und die Kruste wird weich. In einer Papiertüte oder einem Tuch halten sie sich bis zu einen Tag.

Fragen

Das Laugenbad ist der ganze Grund, warum eine Brezel nach Brezel schmeckt und nicht wie ein Brötchen aus demselben Teig. Es verändert die Oberfläche des Teigs so, dass sie im heißen Ofen schnell und tief bräunt. Das ergibt die glänzende mahagonibraune Kruste und den leicht bitteren Geschmack, den man nur von einer Brezel kennt. Wird derselbe Teig ohne Bad gebacken, entsteht ein schönes weiches Brötchen, aber keine Brezel. Je stärker das Alkali (gebackenes Natron ist stärker als normales Natron, Natronlauge in Lebensmittelqualität noch stärker), desto dunkler und intensiver das Ergebnis.

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Kommentare (3)

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  • Friedrich M.
    195T.

    Die Natronlauge macht mir ehrlich gesagt etwas Angst. Hab stattdessen Natron im Wasser aufgelöst, Ergebnis ist ok aber nich so dunkel wie beim Bäker

  • Marina L.
    196T.

    Super Rezept! Die Laugenbrezel sind fast wie vom Bäcker geworden. Nur die Form muss ich noch üben haha

  • Lukas Hoffmann
    197T.

    Frage an die community: benutzt ihr wirklich Natronlauge oder geht auch Backpulver im Wasser? Ich hatte Angst vor der Lauge und hab Natronlösung genommen. Das Ergebnis war okay aber nicht so dunkel wie beim Bäcker.