
Krautpfanne mit Wurst
Die Krautpfanne ist ein süddeutsches Pfannengericht aus Weißkraut, Zwiebeln und geräucherter Wurst, in Schmalz mit Kümmel und edelsüßem Paprikapulver geschmort. Kraut heißt der Weißkohl in Bayern, Schwaben und Österreich, und die Pfanne trägt seinen Namen. Die Wurst kommt zuerst hinein, damit das Kraut in ihrem ausgelassenen Fett gart, und die letzten Minuten laufen ohne Deckel — daher die braunen Kanten. Ein Löffel Essig am Schluss nimmt dem Ganzen die Schwere.
Zutaten
- 400 ggeräucherte Wurst
- 800 gWeißkraut
- 2 Stk.Zwiebeln
- 1 ZeheKnoblauch
- 2 ELSchweineschmalz
- 1 TLKümmel
- 1 TLPaprikapulver edelsüß
- 1 TLgetrockneter Majoran
- 2 ELApfelessig
- 1 TLSalz
- 0.5 TLschwarzer Pfeffer
Zubereitung
- Das Kraut vierteln, den harten Strunk herausschneiden und die Viertel in etwa 1,5 cm breite Streifen schneiden. Feiner geschnitten zerfällt es, bis die Wurst wieder in der Pfanne landet. Die Zwiebeln halbieren und in Streifen schneiden, die Knoblauchzehe fein hacken, die Wurst in etwa 1 cm dicke Scheiben schneiden.
- 1 Esslöffel Schmalz in einer weiten Pfanne bei mittlerer bis hoher Hitze zerlassen. Dreißig Zentimeter sind das Mindestmaß, denn Kraut braucht Pfannenboden und keine Pfannenwand. Die Wurstscheiben flach hineinlegen und 2 bis 3 Minuten pro Seite in Ruhe lassen. Gewünscht sind dunkle Ränder und ein Film ausgelassenen Fetts am Boden; dieses Fett trägt den Rauch in alles Weitere. Die Wurst auf einen Teller heben.

- Die Hitze auf mittlere Stufe zurücknehmen, das restliche Schmalz und die Zwiebeln zugeben und 4 bis 5 Minuten braten, bis sie weich sind und an den Rändern Farbe nehmen. Knoblauch, Kümmel und Majoran eine halbe Minute mitrösten. Kümmel braucht heißes Fett, um sich zu öffnen, und er kommt ins Kraut ebenso sehr der Bekömmlichkeit wegen wie des Geschmacks wegen.
- Das Kraut einfüllen. Es steht über dem Pfannenrand und sieht nach viel zu viel aus; in zehn Minuten fällt es auf die Hälfte zusammen. Mit Salz, Pfeffer und edelsüßem Paprikapulver würzen, mit der Zange mehrmals wenden, dann zugedeckt 8 bis 10 Minuten garen und dabei gelegentlich umrühren. Wird die Pfanne trocken, bevor das Kraut weich ist, zwei Esslöffel Wasser angießen, nicht mehr.

- Den Deckel abnehmen und die Hitze wieder hochdrehen. Offen 5 bis 7 Minuten weitergaren, etwa jede Minute umrühren, bis die Flüssigkeit verschwunden ist und ein Teil der Streifen an den Spitzen braun wird. Diesen Schritt lassen die meisten aus, und genau er unterscheidet eine Krautpfanne von einer Pfanne gekochtem Kohl.
- Die Wurst samt ausgetretenem Saft zurückgeben, den Essig angießen und 2 Minuten durchschwenken, damit alles heiß wird und die Säure ins Kraut zieht. Abschmecken — Kraut nimmt mehr Salz, als man denkt. Direkt aus der Pfanne mit dunklem Roggenbrot und einem Löffel mittelscharfem Senf servieren.
Fragen
In Deutschland ist das ein Gericht von der Fleischtheke: Mettenden, Debreziner, Krakauer oder schlichte Rauchwurst, alle geräuchert und bereits gegart, sie brauchen nur noch Bräunung. Fleischwurst und Cabanossi tauchen in veröffentlichten Krautpfannen-Rezepten ebenfalls auf und verhalten sich genauso. Außerhalb Deutschlands kommt die polnische Kielbasa am nächsten, weil sie gepökelt, geräuchert ist und dasselbe Fett auslässt. Rohe Wurst ist eine andere Aufgabe: Bratwurst muss vorher allein durchgebraten werden, und da sie keinen Rauch mitbringt, kommt ein halber Teelöffel edelsüßes Paprikapulver mehr dazu.
Bayrisch Kraut ist eine Beilage und kein Hauptgericht: fein geschnittenes Weißkraut, in Schmalz mit Zwiebel und Apfel geschmort, mit Kümmel, Zucker und Essig gewürzt, mit Rindsuppe aufgegossen und neben Schweinebraten, Schweinshaxe oder Würsten gereicht. Es bleibt weich und mild süßsauer, Wurst liegt keine im Topf. Die Krautpfanne holt die Wurst in die Pfanne statt daneben, kommt mit viel weniger Flüssigkeit aus und wird offen fertig gegart, damit das Kraut Farbe nimmt. Gleiches Gemüse, gleicher Kümmel, andere Aufgabe: das eine füllt den Teller um das Fleisch herum, das andere ist der Teller.
Kraut besteht fast nur aus Wasser und gibt es ab, sobald es Hitze spürt. Zwei Dinge verhindern, dass es im eigenen Saft kocht. Erstens die Pfannengröße: 800 g Kraut wollen 30 cm Pfannenboden, in einer kleinen Pfanne liegt es als Haufen und dämpft, was immer man tut. Zweitens der Deckel: die ersten 8 bis 10 Minuten zugedeckt sind richtig, weil der Dampf das Volumen zusammenfallen lässt, danach muss der Deckel herunter und die Hitze hoch, damit die Feuchtigkeit verdampft. Und lieber früh salzen als spät — Salz zieht das Wasser heraus, solange noch Zeit bleibt, es wegzukochen.
Man kann, es ist eine übliche deutsche Variante. Sehr saures Sauerkraut kurz abspülen, ausdrücken und ihm etwa 10 Minuten in der Pfanne mit der Wurst geben; die Phase des Zusammenfallens entfällt und der Essig am Ende ebenso, die Säure ist ja schon da. Halb frisches Kraut, halb Sauerkraut ist die Fassung, die ich am häufigsten mache. Bigos wird trotzdem nicht daraus. Das polnische Bigos ist ein langer Eintopf aus Sauerkraut und frischem Kraut zugleich, mit mehreren Fleischsorten auf einmal, oft Schwein, Wurst und Wild, dazu Pilze, stundenlang geschmort und über mehrere Tage wieder aufgewärmt, bis der Geschmack steht. Die Krautpfanne braucht eine halbe Stunde von der kalten Pfanne bis zum Teller und schmeckt nach genau drei Dingen.
Zu Hause braucht sie nichts außer dunklem Roggenbrot, mittelscharfem Senf und Bier. Salzkartoffeln mit Butter und Petersilie sind der übliche Weg, aus derselben Pfanne mehr Leute satt zu bekommen. Kleine festkochende Kartoffeln, gewürfelt und mit dem Kraut zugegeben, funktionieren auch, nur braucht die Pfanne dann volle 20 Minuten Deckel und gibt einen Teil ihrer Bräunung auf. Spätzle oder Schupfnudeln zum Schluss untergehoben machen daraus eine richtige bayerische Pfanne. Kalt daneben passt am besten deutscher Kartoffelsalat mit warmem Essig-Brühe-Dressing; Salate mit Mayonnaise streiten sich mit dem Kümmel.
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Kommentare (2)
Классно с индюшачьими колбасками!
The mistake I made for years with this pan was leaving the lid on the whole time. Cabbage carries a lot of water, and under a lid that water never leaves — you end up boiling the kraut instead of frying it. Lid on for the first ten minutes so it collapses, then lid off and the heat up until the edges start to catch and go brown. The smoked sausage is already cooked when you buy it, so it only needs colour, not time.