
Bratwurst
Frische Schweinswürste auf dem Grill oder in der Pfanne gebraten, bis die Haut tief goldbraun ist und das Fett innen zischt. Die Methode kommt aus den USA, aus Wisconsin: zunächst sanft in Bier mit Zwiebeln köcheln, dann auf dem heißen Grill oder in der Gusseisenpfanne Farbe und eine knackige Haut bekommen. Das Bierbad gart die Würste schonend ohne Platzgefahr.
Zutaten
- 4 frische rohe Bratwürste, je etwa 100 g
- 500 mldeutsches Lagerbier oder Pils
- 1 große Zwiebel, in dünne Ringe geschnitten
- 1 Lorbeerblatt
- 3 ganze Pfefferkörner
- 1 ELneutrales Öl oder Schmalz
- 4 knusprige Brötchen
- 4 ELdeutscher Senf, mittelscharf oder körnig
- 300 gSauerkraut
- 1 PriseKümmel
Zubereitung
- In Bier köcheln. Die Bratwürste nebeneinander in eine breite Pfanne legen. Zwiebelringe, Lorbeerblatt und Pfefferkörner hinzufügen. Bier angießen, bis die Würste gerade bedeckt sind. Bei mittlerer Hitze zum sanften Köcheln bringen — nicht sprudelnd kochen. 10–12 Minuten köcheln lassen, dabei einmal wenden. Die Würste werden blass und prall. Jetzt prüfen, ob sie durchgegart sind: Ein Thermometer in der Mitte einer Wurst soll 71°C Kerntemperatur anzeigen; ohne Thermometer eine Wurst aufschneiden — das Brät ist grauweiß, nicht mehr rosa, und der Saft klar. Sind sie noch nicht so weit, weitere 3–5 Minuten köcheln lassen. Nach dieser Probe geht es beim Anbraten nur noch um die Haut. Die Würste aus dem Bierbad nehmen. Die Bierzwiebeln können warm gehalten und dazu serviert werden.

- Bei hoher Hitze anbraten. Öl oder Schmalz in einer Gusseisenpfanne oder Grillpfanne bei hoher Hitze erhitzen, bis es sehr heiß ist. Die Bratwürste hineingeben. Nicht einstechen. 3–4 Minuten pro Seite braten, dabei alle 2 Minuten wenden, bis die Haut tief goldbraun ist und sichtbar Blasen wirft. Die hohe Hitze nach dem sanften Köcheln sorgt für die typische knackige Haut, ohne dass die Wurst platzt. Auf dem Holzkohlegrill: insgesamt 4–5 Minuten über direkter Hitze, dabei häufig wenden.

- Kurz ruhen lassen und servieren. Das Sauerkraut mit dem Kümmel in einem kleinen Topf bei schwacher Hitze 3–5 Minuten erwärmen — am besten schon aufsetzen, während die Würste braten. Die Bratwürste nach dem Anbraten 1–2 Minuten auf einem Gitter ruhen lassen — der Fleischsaft setzt sich etwas. Zum Servieren im Brötchen: Brötchen aufschneiden, beide Hälften großzügig mit Senf bestreichen, die Bratwurst hineinlegen und die Bierzwiebeln daraufgeben. Das warme Sauerkraut daneben servieren oder mit ins Brötchen geben. Sofort essen, solange die Haut noch knackt.

Fragen
Sie platzt, wenn sich das Fett im Inneren schneller erhitzt, als sich die Haut dehnen kann. Drei Wege: keine kalte Bratwurst auf sehr heißen Grill — 20 Min bei Zimmertemperatur ruhen lassen. Die Bierbad-Methode: 10 Min sanftes Köcheln vor dem Anbraten. Vor und beim Braten nicht einstechen — jedes Loch ist ein potenzieller Riss; die Garprobe nur an einer Wurst machen.
Das Bierbad macht drei Dinge: gart die Wurst vollständig und sicher; verleiht Malzgeschmack; die in Bier gegarte Zwiebel wird eine natürliche Beilage.
In Deutschland gibt es Dutzende regionale Bratwurstsorten; zwei Bezeichnungen sind in der EU geschützt (g.g.A.): Thüringer Rostbratwurst und Nürnberger Rostbratwurst. Thüringer Rostbratwurst: lang und dünn, mit Majoran und Kümmel, traditionell vom Holzkohlerost. Nürnberger Rostbratwurst: klein (~9 cm), feines Brät, mit Majoran gewürzt, als „Drei im Weggla“ oder zu 6 oder 12 Stück mit Kraut serviert. Fränkische Bratwurst: groß und grob. Viele Bratwürste kommen in Deutschland schon gebrüht in den Handel und müssen nur noch gebräunt werden; rohe wie in diesem Rezept müssen durchgaren.
Deutscher Senf — mittelscharf (Delikatesssenf, glatt) oder körnig; süßer Senf und milder amerikanischer Senf passen hier weniger. Sauerkraut warm. Bierzwiebeln. Knuspriges Brötchen oder Laugenbrötchen. Für einen Teller: Kartoffelsalat mit Essig-Dressing oder Salzkartoffeln mit Petersilienbutter.
Ja. Schweinehackfleisch vom Metzger kaufen und Gewürze mischen: pro 500 g — 1 TL Salz, ½ TL weißer Pfeffer, ½ TL gemahlene Muskatblüte oder Muskatnuss, ½ TL getrockneter Majoran, ¼ TL Kümmel, 3 EL kaltes Wasser. Energisch mischen, bis die Masse leicht klebrig ist. Zu Frikadellen formen (ohne Darm) und wie Burger braten; Frikadellen wie selbst gemachte Würste bis 71°C Kerntemperatur garen — innen nicht mehr rosa, der Saft klar.
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Kommentare (3)
Bei mir sind die beim ersten mal geplatzt weil die Pfanne zu heiß war. Mittlere Hitze und Geduld, dann werden sie perfekt. Senf dazu und fertig
Hmm bei mir sind die Würste beim Braten geplatzt. Nächstes mal steche ich sie vorher an denke ich
Gestern zum ersten mal selbst gemacht, hat super geklappt! Meine Familie kommt aus Nürnberg und ich muss sagen die Rezept kommt dem Original schon sehr nah. Nur mit der Gewürzmischung muss man aufpassen nicht zu viel Majoran.