
Onigiri (japanische Reisbällchen)
Onigiri, auch Omusubi genannt, sind japanische Reisbällchen: warmer, leicht gesalzener Rundkornreis, von Hand um eine kleine Füllung gepresst und mit Nori umwickelt. Essig kommt nicht an den Reis, und genau darin unterscheiden sie sich von Sushi. Der Name kommt von nigiru, „mit der Hand greifen“, und das ist auch schon die Methode: keine Form, nur nasse, gesalzene Hände und drei oder vier feste Drehungen. Aus einem Topf Reis entstehen hier drei klassische Füllungen: gesalzener Lachs, Umeboshi-Pflaume und Thunfisch mit Mayonnaise. Onigiri sind zum Mitnehmen gedacht und werden zimmerwarm gegessen.
Zutaten
- 400 gjapanischer Rundkornreis
- 3 BlätterNori
- 150 ggesalzener Lachs
- 4 StückUmeboshi
- 80 gThunfisch aus der Dose
- 2 ELMayonnaise
- 1 TLSojasauce
- 1 ELgeröstete Sesamsamen
- 2 TLMeersalz
Zubereitung
- Den Reis in kaltem Wasser waschen, mit der Hand umrühren und abgießen, bis das Wasser klar bleibt — meist vier bis fünf Wechsel. Das entfernt die Oberflächenstärke, die den Reis sonst klebrig machen würde.
- Den Reis mit 440 ml Wasser garen, also etwas weniger Wasser als üblich, damit die Körner fest genug zum Pressen bleiben. Nach dem Garen 10 Minuten zugedeckt vom Herd ziehen lassen, dann mit einem Paddel behutsam wenden, um Dampf abzulassen.
- Den Reis in einer weiten Schüssel ausbreiten und auf etwa Körpertemperatur abkühlen lassen, rund 15 Minuten. Er muss warm sein, nicht heiß: heißer Reis zerfällt und verbrennt die Hände, ganz abgekühlter bindet nicht mehr.
- Die Füllungen vorbereiten. Gesalzener Lachs wird roh verkauft, deshalb zuerst garen: grillen oder in einer trockenen Pfanne bei mittlerer Hitze braten, einmal wenden, bis das Fleisch durchgehend undurchsichtig ist und sich leicht zerteilen lässt. Etwas abkühlen lassen, dann zerpflücken und Haut und Gräten entfernen. Den Thunfisch abtropfen lassen und mit Mayonnaise und Sojasauce mischen. Die Umeboshi entkernen. Die Noriblätter in breite Streifen schneiden.

- Eine Schale Wasser und ein Schälchen Meersalz bereitstellen. Beide Handflächen befeuchten, dann eine kräftige Prise Salz zwischen ihnen verreiben — das würzt die Außenseite des Reises und verhindert das Kleben.
- Etwa 100 g Reis in eine Handfläche nehmen, mit einem Finger eine Mulde in die Mitte drücken, einen Teelöffel Füllung hineingeben und den Reis darüber schließen. Die Hände zu einem V formen, fest drücken, den Ball um 120 Grad drehen und drei- bis viermal wiederholen, bis ein Dreieck entsteht. Nicht überarbeiten, sonst presst sich der Reis zu einem dichten Klumpen.

- Jedes Onigiri mit einem Noristreifen umwickeln. Für knuspriges Nori erst beim Essen umwickeln; für weiches, am Reis anliegendes Nori bereits im warmen Zustand. Mit Sesam bestreuen und zimmerwarm servieren.
Fragen
Onigiri, auch Omusubi genannt, ist ein Ball oder Dreieck aus ungewürztem Rundkornreis, der mit den Händen gesalzen, um eine kleine Füllung gepresst und meist mit Nori umwickelt wird. Sushireis wird mit Essig, Zucker und Salz gewürzt, und das verändert Geschmack und Konsistenz. An Onigiri-Reis kommt nur Salz. In Japan nimmt man Onigiri als Mittagessen mit oder kauft sie als Snack und isst sie zimmerwarm, oft mit einer Schale Misosuppe.
Fast immer liegt es am Reis oder an seiner Temperatur. Nimm japanischen Rundkornreis wie Koshihikari oder notfalls Mittelkornreis wie Calrose; Basmati und Jasminreis bleiben locker und binden nicht. Koche 400 g Reis mit 440 ml Wasser, etwas trockener als sonst, und forme ihn bei etwa Körpertemperatur: Heißer Reis rutscht auseinander, kalter hat schon abgebunden. Rechne etwa 100 g pro Onigiri und drehe ihn drei- bis viermal fest zwischen den gewölbten Händen.
Gesalzener Lachs und Umeboshi, eine salzig-saure Pflaume, sind die zwei Klassiker, und dieses Rezept macht beide zusammen mit Thunfisch. Häufig sind auch in Sojasauce geschmorter Kombu und Okaka, getrocknete Bonitoflocken mit ein paar Tropfen Sojasauce. Du kannst die Füllung auch weglassen und Shio-Musubi machen, also Reis nur mit Salz, oder vor dem Formen Furikake oder gerösteten Sesam unter den Reis mischen. Ein Teelöffel Füllung pro Onigiri reicht, und lass alles Feuchte gut abtropfen, sonst reißt der Reis und wird matschig. In der Bento-Box liegt daneben oft Tamagoyaki, das japanische gerollte Omelett.
Am besten schmecken Onigiri am selben Tag, und gegessen werden sie zimmerwarm — aufbewahrt aber nicht so. In gekochtem Reis, der draußen steht, vermehrt sich Bacillus cereus, deshalb Onigiri nicht länger als 2 Stunden (bei Hitze 1 Stunde) außerhalb des Kühlschranks lassen und unterwegs in einer Kühltasche mit Kühlakku transportieren. Wenn du sie am Vorabend machst, kühle sie rasch ab, wickle jedes ohne Nori in Frischhaltefolie und stell sie in den Kühlschrank. Dort wird der Reis fest, also erwärme sie vor dem Essen kurz in der Mikrowelle. Für längere Lagerung frierst du sie genauso eingewickelt bis zu einem Monat ein. Erwärme sie in der Mikrowelle, bis der Reis innen heiß ist, und leg erst dann frisches Nori um.
Reis, Salz und Nori enthalten kein Gluten, ein Shio-Musubi oder ein Onigiri mit Umeboshi ist also von sich aus glutenfrei. Normale Sojasauce wird mit Weizen gebraut, deshalb nimmst du für Thunfisch oder Okaka ein als glutenfrei gekennzeichnetes Tamari. Lies auch die Zutatenliste von Furikake und fertigen Füllungen, denn viele enthalten Sojasauce. Für eine vegane Variante bleibst du bei Umeboshi oder geröstetem Sesam im Reis.
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