
Kartoffelpüree mit Bratensoße (Mashed Potatoes and Gravy)
Mashed Potatoes and Gravy ist eine amerikanische Beilage: gekochte Kartoffeln, mit Butter und warmer Milch gestampft, dazu eine braune Soße aus Butter, Mehl und Hühnerbrühe. An Thanksgiving steht sie neben dem Truthahn, im restlichen Jahr neben fast jedem Sonntagsbraten. Die Kartoffeln werden in kaltem Salzwasser aufgesetzt, köcheln 15 bis 20 Minuten, dampfen im heißen Topf aus und werden noch heiß von Hand gestampft, denn im Mixer werden sie zu Kleister. Die Soße kocht in etwa 15 Minuten nebenher und gelingt mit Brühe allein, mit Bratensaft vom Truthahn schmeckt sie aber besser.
Zutaten
- 1400 gmehligkochende Kartoffeln
- 160 gungesalzene Butter
- 360 mlVollmilch
- 35 gWeizenmehl Type 405
- 700 mlsalzarme Hühnerbrühe
- 1 TLSojasoße
- 4 TLSalz
- 0.5 TLgemahlener schwarzer Pfeffer
Zubereitung
- Nehmen Sie mehligkochende oder vorwiegend festkochende Kartoffeln: Mehligkochende ergeben ein lockeres, luftiges Püree, vorwiegend festkochende ein dichteres und buttrigeres. 1,4 kg schälen und in gleich große Stücke von 4 bis 5 cm schneiden, damit alle gleichzeitig gar werden. In einen großen Topf geben, etwa 2,5 cm hoch mit kaltem Wasser bedecken und 3 TL vom Salz zugeben. Im kalten Wasser erreicht die Hitze die Mitte der Stücke, bevor sie außen zerfallen.
- Bei starker Hitze aufkochen, dann die Hitze reduzieren und 15 bis 20 Minuten sanft köcheln lassen. Die Kartoffeln sind gar, wenn ein kleines Messer ohne Widerstand in das größte Stück gleitet und das Stück von selbst von der Klinge rutscht. Sprudelndes Kochen wirft die Stücke hin und her und lässt die Ränder zerfallen, das Wasser soll also nur leicht blubbern.
- Während die Kartoffeln köcheln, die Soße ansetzen. 45 g der Butter in einem mittelgroßen Topf bei mittlerer Hitze schmelzen, die 35 g Mehl zugeben und 3 bis 4 Minuten ununterbrochen mit dem Schneebesen rühren. Die Mehlschwitze ist fertig, wenn sie goldbraun ist, etwa wie Erdnussbutter, und geröstet riecht. So verschwindet der rohe Mehlgeschmack, und eine Soße ohne Fleisch bekommt hier den größten Teil ihrer Farbe.
- Etwa 100 ml der Brühe zur Mehlschwitze gießen und zu einer glatten, dicken Paste verrühren, dann den Rest in dünnem Strahl unter ständigem Rühren zugeben. Das langsame Angießen verhindert Klümpchen. Aufkochen, die Hitze reduzieren und 8 bis 10 Minuten unter häufigem Rühren köcheln lassen, bis die Soße auf etwa 500 ml eingekocht ist und einen Löffelrücken überzieht. Die Sojasoße einrühren. Wer Bratensaft vom Truthahn hat, schöpft das Fett ab und ersetzt bis zu 200 ml der Brühe durch den Saft.

- Die Kartoffeln gründlich abgießen und zurück in den heißen, leeren Topf geben. Ohne Hitze 1 bis 2 Minuten stehen lassen, bis der Dampf nachlässt und die Oberflächen trocken und matt aussehen. Wasser, das an den Kartoffeln bleibt, verdünnt das Püree und macht es fad. Inzwischen die Milch in einem kleinen Topf erwärmen, bis sie dampft, aber nicht kocht.
- Die Kartoffeln heiß verarbeiten: durch eine Kartoffelpresse zurück in den Topf drücken oder mit einem Kartoffelstampfer zerdrücken; kalte Kartoffeln werden zäh. Die restlichen 115 g Butter in Stücken zugeben und unterheben, bis sie geschmolzen ist, dann 300 ml der warmen Milch in drei Portionen zugießen und jedes Mal behutsam mit einem Teigschaber unterheben. Mit dem letzten Teelöffel Salz würzen. Aufhören, sobald das Püree glatt ist: Jedes weitere Rühren setzt Stärke frei, und ein Mixer oder eine Küchenmaschine macht in Sekunden Kleister daraus. Ist das Püree fester, als Sie es mögen, die restlichen 60 ml Milch einrühren.

- Die Soße erst jetzt probieren und mit Pfeffer und, falls nötig, Salz abschmecken. Eingekochte Brühe und Bratensaft sind schon salzig, früheres Salzen führt deshalb leicht zum Versalzen. Bei Klümpchen die Soße durch ein Sieb gießen. Noch einmal aufkochen, das Püree in eine vorgewärmte Schüssel füllen, in die Mitte eine Mulde drücken und etwas Soße hineingießen. Den Rest in einer Sauciere servieren.
Fragen
Kartoffelpüree wird kleistrig, wenn zu viel Stärke aus den gekochten Zellen austritt, und das passiert bei zu kräftiger Bearbeitung. Meist ist eine Küchenmaschine oder ein Mixer schuld; langes Schlagen mit dem Löffel oder das Stampfen kalt gewordener Kartoffeln bewirkt dasselbe, nur langsamer. Mehligkochende Kartoffeln zerfallen mit weniger Arbeit als festkochende und sind für lockeres Püree die sicherere Wahl. Kleistriges Püree lässt sich nicht zurückverwandeln. Am besten streicht man es in eine gebutterte Form und backt es, bis die Oberfläche bräunt, denn als Auflauf stört die Konsistenz nicht.
Beides lässt sich vorbereiten. Die Soße hält im Kühlschrank bis zu 5 Tage und wird bei schwacher Hitze aufgewärmt; einmal richtig aufkochen lassen und mit einem Schuss Brühe verdünnen, falls sie fest geworden ist. Kartoffelpüree schmeckt frisch am besten, hält aber abgedeckt 1 Tag im Kühlschrank: im Topf bei mittlerer Hitze unter häufigem Rühren erwärmen und etwa 60 ml Milch oder Brühe zugeben. So bleiben am Festtag Herd und Aufmerksamkeit frei für den Truthahnbraten, die Maisbrotfüllung und den Grüne-Bohnen-Auflauf.
Das hängt von der gewünschten Konsistenz ab. Mehligkochende Kartoffeln zerfallen leicht, müssen kaum gestampft werden und ergeben ein lockeres, luftiges Püree, das Soße gut aufnimmt. Vorwiegend festkochende Sorten sind dichter, brauchen etwas länger und mehr Kraft beim Stampfen; das Püree wird fester, cremiger und schmeckt stärker nach Butter. Eine Mischung halb und halb ist ein vernünftiger Kompromiss. Festkochende Salatkartoffeln sind für glattes Püree ungeeignet: Sie bleiben stückig, bis man sie zu stark bearbeitet, und genau das macht Püree klebrig.
Soße ohne Bratensaft besteht aus Mehlschwitze und Brühe: 45 g Butter, 35 g Mehl und 700 ml Hühnerbrühe, auf etwa 500 ml eingekocht. Eine goldbraun geröstete Mehlschwitze und 1 TL Sojasoße gleichen den fehlenden Bratengeschmack aus. Für eine glutenfreie Soße das Mehl weglassen, Brühe und Butter zum Köcheln bringen und mit Speisestärke binden, die in kaltem Wasser angerührt wurde, etwa 4 EL auf 120 ml Wasser für diese Menge, nach und nach zugegeben, bis die Soße dick genug ist. Statt normaler Sojasoße, die Weizen enthält, Tamari verwenden. Mit Stärke gebundene Soße wird bei langem Kochen und beim Aufwärmen wieder dünn, also erst kurz vor dem Servieren kochen. Dieselbe Soße passt zu Brathähnchen oder Schmorbraten.
Klümpchen entstehen, wenn die Flüssigkeit zu schnell in die Mehlschwitze kommt. Klumpige Soße rettet man, indem man sie durch ein feines Sieb gießt oder ein paar Sekunden mit dem Stabmixer direkt im Topf mixt. Zu dünne Soße braucht meist nur mehr Zeit: offen köcheln lassen, bis sie einen Löffelrücken überzieht und ein mit dem Finger gezogener Strich klar stehen bleibt. Ist sie dann immer noch dünn, 1 EL Mehl mit 1 EL kaltem Wasser verrühren, in die köchelnde Soße rühren und einige Minuten weiterkochen, damit der rohe Mehlgeschmack verschwindet. Auf dem Teller dickt Soße beim Abkühlen nach, also etwas früher vom Herd nehmen, als sie perfekt aussieht.
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